Sommercamps für Kinder mit Diabetes (9-12 Jahre)

Einfach mal bei einem Freund oder einer Freundin schlafen, ins Zeltlager fahren – das ist für Kinder  mit Diabetes nicht so ohne weiteres möglich. Der im Kindesalter schicksaalhafte und vom ersten Tag an insulinpflichtige Diabetes (Typ1) erfordert täglich viele Male eine Menge Aufmerksamkeit und Disziplin von den betroffenen Kindern und ihren Familien. Blutzuckermessen bei jeder Mahlzeit, ca. 2000-mal im Jahr und ebenso viele Insulingaben sind für eine gute Stoffwechseleinstellung unabdingbar. Täglich mehrmals müssen die Kinder ihre Insulintherapie auf die Kohlenhydratmenge der Mahlzeiten, körperliche Aktivitäten wie z.B. Sport oder alltägliche „Unpässlichkeiten“ abstimmen. Und damit noch nicht genug. Ist der Tag gut gelaufen kann der Blutzucker z.B. nach ausgiebigem Toben auch nachts noch absacken und zu nicht ungefährlichen Unterzuckerungen führen. Kinder mit Typ 1 Diabetes und ihre Eltern leisten mit der Durchführung der komplexen Insulintherapie Großartiges –  im Stillen und nach außen nicht sichtbar.  Gerade jüngere Kinder sind mit der Therapiesteuerung jedoch  überfordert und auf die Hilfe von im Umgang mit der Erkrankung erfahrenen Erwachsenen angewiesen.

Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, Abhilfe zu schaffen und auch Kindern mit Diabetes ein unbeschwertes Sommervergnügen zu ermöglichen.

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Uns geht es um das gemeinsame Erleben mit und in der Natur. Es werden Flöße gebaut, Federball gespielt, getobt, geschwommen, geklettert, geschnitzt, gesungen, gelacht,  manchmal auch geweint, Probleme gelöst, sich beieinander entschuldigt und wieder von vorne angefangen und dabei sich gegenseitig gestärkt und geholfen. Es gibt tägliche Rituale des Miteinanders und des sorgsamen Umgangs mit sich selbst, den anderen und dem Diabetes in den Morgen- und Abendrunden. Die Tage enden  mit am Lagerfeuer erzählten Geschichten in großer Runde. Das Tipi des Fördervereins bietet dabei einen märchenhaften Rahmen.

Betreut werden die Kinder von einem ehrenamtlich arbeitenden Team von im Umgang mit der Erkrankung erfahrenen Betreuern, darunter Kinderdiabetologinnen und Diabetesberaterinnen, einem Erlebnispädagogen und ebenfalls betroffenen Jugendbetreuern. Die Camps finden in einem an einem See gelegenen Jugendfreizeitheim in Schleswig-Holstein statt, ca. 25 Kinder und 5-6 Jugendliche können teilnehmen. Für die meisten Kinder ist es das erste Mal Verreisen ohne die Eltern, das erste Mal erleben, dass sie nicht alleine sind mit dem Diabetes. Denn der ist auch dabei. Diabetesschulung ist nicht das Ziel und trotzdem lernen die Kleinen ohne viel Aufheben von den Großen und alle voneinander. Einmal nicht anders zu sein und den Austausch untereinander haben Viele  als wichtiges Erlebnis der Freizeit beschrieben. Neues Selbstbewusstsein und Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung wachsen dabei scheinbar ganz von selbst.

Auch die Eltern erleben zum Teil das erste Mal seit Jahren wieder eine Woche ohne nächtliches Blutzuckermessen, vielleichtgibt es für sie seit Langem mal wieder einen Kinobesuch ohne Handy mit der Gewissheit, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn gut versorgt sind.

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Nächste Termine:
2018 findet vom 10. – 13. Mai ein „Himmelfahrtscamp“ in der djo- Jugendfreizeitstätte Bosau am großen Plöner See statt.

Teilnahmebeitrag: 
220 € für Mitglieder des Förderverein
250 € für Nichtmitglieder

Ansprechpartner: Frau Dr. med. Andrea Günther-Scholz und Frau Sandra Reimers, @mail: camps@fmdsh.de