Freizeiten

Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche mit Diabetes – Warum und wie machen wir das?

Der Förderverein unterstützt Kinder und Eltern bei ihrer Erkrankungsbewältigung auf vielfältige Weise. Unter anderem auch durch die Möglichkeit, an erlebnispädagogisch ausgerichteten Freizeiten für Kinder und Jugendliche teil nehmen zu können mit der Gewissheit, dass auch für den Diabetes „gut gesorgt“ ist. Es sind wahre „Rüstzeiten“, denn die Kinder können bei diesen Ferienfahrten wirklich viel Kraft und Mut tanken. Entsprechende, mehrtägige  Angebote, gab es bisher in Schleswig Holstein nicht und bundesweit nur sehr vereinzelt. Die Nachfrage danach ist sehr groß, da Kinder bis zum Alter von ca. 13-14 Jahren nicht auf eine „normale“ Kinderferienfreizeit fahren können, denn sie sind bei ihrer komplexen Insulintherapie auf die mehrfach tägliche Hilfe geschulter Erwachsener angewiesen. Für Jugendliche steht dagegen der Austausch miteinander zur Verbesserung ihrer Krankheitsakzeptanz im Vordergrund.

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Seit 2010 führen wir mit einem ehrenamtlich arbeitenden Team Freizeitaktivitäten zunächst für Jugendliche durch. Tages- oder Wochenendprojekte in denen Selbst- und Gemeinschaftserfahrung,  Selbstreflexion, Selbstwirksamkeit und Austausch mit anderen Betroffenen im Vordergrund standen bildeten den Anfang. Freundschaften und überregionale Vernetzungen der Teilnehmer entstanden. 2012 gelang es erstmals ein 1 wöchiges Sommercamp für 9 – 12 jährige Kinder durchzuführen. Das Sommercamp und andere Freizeitaktivitäten wollen auch an Diabetes erkrankten Kindern die Möglichkeit bieten, eine Freizeit in der Natur zu erleben, die ihr Selbstvertrauen stärkt, gemeinsame Erlebnisse schafft und Ihnen vermittelt: „Ich bin nicht alleine mit der Erkrankung“,  trotz und mit Diabetes kann ich viel schaffen. Die Freizeiten werden in Kooperation mit Erlebnispädagogen durchgeführt. Ein wichtiger Partner ist dabei Herr Brandt (www.tokatakiya.de). Im Rahmen des erlebnispädagogischen Konzeptes sind uns seine Ansätze wichtig, die unter anderem durch Naturnähe und rituelle Momente einen Rahmen schaffen, der die ganzheitliche Wahrnehmungsfähigkeit fördert. Am Lagerfeuer erzählte Geschichten berühren Kinderseelen auf phantasievolle Weise. Die bisherigen Freizeitaktivitäten ermöglichten Kindern und Jugendlichen sich in den Anforderungen der Eigenverantwortung für die Therapie als auch für die  Verantwortung in und für die Gruppe zu erproben. Vieles davon lässt sich auf den Umgang mit dem Diabetes übertragen. Auch wenn diesbezüglich sicher keine sofortige Veränderung im Alltag zu erwarten ist, haben die Kinder und Jugendlichen tiefe Eindrücke gewonnen. Sie haben alternative Sichtweisen kennen gelernt, die sie in ihrer Zukunft begleiten werden.

Wir sind der Überzeugung, dass die so gemachten Erfahrungen einen nachhaltigen Einfluss auf die Betroffenen haben werden. So hat sich innerhalb von 7 Jahren seit dem ersten Wochenendcamp bis heute eine erstaunliche Entwicklung ergeben. Junge betroffene Menschen profitieren von den Projekten und setzen sich selbst als Jugendbetreuer für jüngere wieder dafür ein.

Wir hoffen, dass diesen „Pilotprojekten“ noch viele weitere folgen werden und  sind für jede Hilfe für diese Kinder dankbar.

Mehr Informationen und die nächsten Termine sowie Anmeldeformulare zu Kinder- und Jugendfreizeitaktivitäten finden Sie hier >